Sponsoring Abteilung Fußball
| Gegründet: |
1911 |
| Mitglieder: |
290 |
| Abteilung: |
Fußball, Theater, Dart |
| Größte Erfolge: |
Doppel-Aufstieg 2008 1 . Mannschaft in die BOL 2 . Mannschaft in die KK als Meister |
| Derzeitige Spielklassen: |
1. Mannschaft Bezirksoberliga 2. Kreisklasse Fichtelgebirge |
| Vereinsfarben: |
grün-weiß |
| Sportgelände: |
Georg-Thoma-Sportgelände,
Am Kühlbühl
95199 Thierstein |
| Hauptsponsor: |
Firma BD|SENSORS, Thierstein |
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Die Sparte Fußball wurde 1928 von fußballbegeisterten jungen Leuten ins Leben gerufen; unter anderem Franz Gaida, Gottlieb Beck und Hans Leupold. Die ersten Wettkämpfe trug man auf der Gollnerswiesen aus, Bälle und Trikots wurden gestellt, Fußballschuhe mussten sich die Jungs selbst finanzieren.
1929 stieg man in die Verbandsspielrunde ein, offizielle Bezeichnung der Liga war Norbayerische Spielvereinigung 7. Kreis – 6. Bezirk. Gegner waren z.B. Furthammer, Marktredwitz –aber auch Tirschenreuth, Eschenbach und Weiden, die Anreise erfolgte mit dem Zug oder Fahrrad, in der heutigen Zeit unvorstellbar.
Da der Verein 1933 verboten wurde, musste der Fußball fünf Jahre ruhen, doch gleich nach dem Krieg 1946 wurde wieder eine Fußballabteilung gegründet. Das Spielfeld am „alten“ Kühbühl war nur 40 x 60 Meter, brachte aber dem Erfolg keinen Abbruch, die Presse schrieb damals „ der ZV Thierstein hat sich zu einem gefürchteten Gegner in der C-Klasse Nord entwickelt. Höhepunkt in dieser Periode war die Meisterschaft in der C-Klasse und der Aufstieg in die B-Klasse 1955, eine Saison später stieg man leider wieder ab. 1958/59 spielte man dann wieder in der B-Klasse, in diese Ära fiel auch der legendäre 30:0 Sieg gegen Fichtelberg, der sogar im Kicker und Sportmagazin – die führenden Fußballzeitungen – Erwähnung fand. 1963/64 dann der Aufstieg in die A-Klasse, in dieser Liga kickte der ZV zwei Jahre.
1981/82 musste man dann den bitteren Gang in die unterste Klasse antreten, und der Fußball tümpelte jahrelang auf sehr niedrigem Niveau dahin.
Die Wende erfolgte 1995/96; maßgeblich beteiligt der Firmeninhaber des heutigen Hauptsponsors, Rainer Denndörfer.
Es begannen mehr als zehn märchenhafte Jahre: Denndörfer trainierte am Anfang selbst und hatte die geniale Idee, zu den talentierten Eigengewächsen, die es damals tatsächlich noch gab – als Verstärkung junge fußballbegeisterte Spieler aus Tschechien dazu zu holen; stellvertretend für die vielen tollen Ergänzungen seien erwähnt Miroslav Sinovsky und Pavel Komma, die im weiteren Verlauf noch etliche menschlich und sportlich „Klassetypen“ zum ZV brachten. Das Erfolgsmodel trug bald Früchte:
1997 stieg man als Meister in die B-Klasse auf, die ab diesem Zeitpunkt in Kreisklasse umbenannt wurde in der Saison 1999/2000 sogar in die Kreisliga, Das Training leitete mittlerweile Hans-Jürgen Lubitz, vorher waren Rainer Denndörfer und Alfred Iser im Amt.
Doch der Höhenflug war noch nicht zu Ende; woran in dem „Dreihäuserdorf“ ( wie ein Fan einer gegnerischen Mannschaft spöttisch verlauten ließ) keiner je ernsthaft in Betracht gezogen hatte, wurde 2002/2003 Wirklichkeit, der ZV Thierstein stieg als Meister der Kreisliga Marktredwitz in die Bezirksliga Ost auf, trainiert von Peter Wolfram.
Diese Saison war wohl die Schwärzeste in der Thiersteiner Fußballgeschichte, mit nur 11 Punkte musste man postwendend wieder absteigen.
Die Schmach saß tief – doch jede Niederlage ist auch eine neue Chance; und so krempelte der ZV die Ärmel hoch und schaffte 2005 den sofortigen Wiederaufstieg nach einer sensationellen Saison, in der NUR EIN SPIEL verloren wurde. Diesen Erfolg darf sich maßgeblich ein Mann auf die Fahne schreiben: Spielertrainer Jiri Vosyka, der 2004 von Bayern Hof nach Thierstein kam und seit dem die sportlichen Erfolge des ZV lenkt.
Die Bezirksliga lag den Thiersteiner, die nicht zuletzt aufgrund der immer weniger werdenden Eigengewächsen und den höheren spielerischen Anforderungen mehr und mehr auf auswärtige und ausländische Kicker zurückgriffen; bedingt durch Vosyka und Denndörfer´s Faible für Tschechien kamen diese hauptsächlich aus dem Nachbarland.
Wäre es so gelaufen wie geplant, würde der ZV heute noch in den vorderen Tabellenrängen der BZL vertreten sein, doch in der Saison 2007/2008 passierte der „Betriebsunfall“ – der ZV stieg nach erfolgreicher Relegation in die Bezirksoberliga auf, in der man sich beachtlich schlägt, die Tabelle zur Winterpause 2008/2009 weist Thierstein als Nummer eins im Landkreis auf! Sogar das Fernsehen wurde auf den Dorfverein aufmerksam und sendete im WDR eine 20 – Minuten Reportage.
Was klingt wie eine Geschichte aus dem Märchenbuch hat jedoch auch eine andere Seite; die fußballerische Zukunft des ZV steht in den Sternen. Und dies nicht, weil – wie so oft geschehen bei anderen Vereinen – der Sponsor nicht mehr will oder kann oder weil die Zahl der freiwilligen Helfer fehlt –
NEIN: beim ZV steht der Sponsor hinter dem Team und die Verantwortlichen und Helfer waren schon immer ein kleiner aber höchst kompetenter Kreis – der eigene Verband wirft dem Verein „Knüppel“ zwischen die Beine: mit Verordnungen, Regeln und Paragraphen, die in Zeiten entstanden, in denen Schulklassen noch 40 oder mehr Kinder hatten, bringt man kleine Vereine an den Abgrund und spricht praktisch deren Todesurteil aus.
Da der ZV Thierstein die geforderten zwei Jugendmannschaften, die gefordert werden, wenn man in der BOL spielt, nicht stellen kann, droht in der nächsten Saison der Zwangsabstieg.
Wer weiß, vielleicht muss der ZV dann wieder auf der „Gollnerswiesen“ Freundschaftsspiele gegen Teams, die diese Auflagen ebenfalls nicht erfüllen können, austragen; wir haben schon mal mit Waldsassen Kontakt aufgenommen.
Claudia Jena – Spielleiterin, im Februar 2009